FOS/BOS, Erding

Aufgrund der Vielzahl der angebotenen Produkte und Systeme ist in der Regel der Planer, Berater oder Anbieter selten in der Lage, einen neutralen und sachlichen Überblick über die Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit der Produkte vorzulegen. Die möglichen Eingrenzungen in der Produktauswahl mit entsprechenden Festlegungen wie z.B. die RAL-Vergabegrundlagen für „Blaue Engel-Produkte“[BLAU2006] oder die Giscode[GIS2006] und Emicode[EMI2007] Klassifizierungen haben sich nur in einzelnen Produktsektoren durchgesetzt. Die Anforderungen werden in Ausschreibungen selten angewendet und die Ergebnisse der Produktauswahl werden für das Gebäude nicht dokumentiert. Bezüglich der Vorteilhaftigkeit dieser Produkte für Handwerker und Gebäudenutzer gelten aber Einschränkungen, sobald es sich um spezielle Verbrauchergruppen handelt (z.B. Allergiker). Der Schwerpunkt muss hier auf einer umfassenden Produktinformation liegen, damit Gefahrenpotenziale frühzeitig erkannt werden können.

Für einen, auf bestimmte Innenräume begrenzten, Bauproduktnachweis in der geplanten Berufsoberschule in Erding wurden entsprechende Informationen für die Ausschreibung, die Auswahl und Dokumentation systematisch erhoben. Bauherr des Gebäudes ist der Landkreis Erding, Landratsamt Erding, Alois Schießl-Platz 2 in 85435 Erding, vertreten durch den Landrat Herrn Bayerstorfer. Die Anschrift des Gebäudes ist FOS/BOS Erding, Dr.-Heribert-Weinberger-Schule, Freisinger Straße 89 in 85435 Erding. Der Planer des Gebäudes ist die Firma k-Plan AG, Bahnhofstraße 13 in 93326 Abensberg.

Im Zeitraum September 2009 – November 2010 wurden in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro und der Bauleitung für das Objekt die notwendigen Arbeitsschritte durchgeführt.

  • In der Planungsphase wurden die Ausschreibungstexte vorbereitet.
  • Nach Auswahl der ausführenden Firmen wurden diese um entsprechende Informationen zu den eingesetzten Produkten gebeten.
  • Die erhaltenen Produktunterlagen wurden auf potenzielle Risikostoffe geprüft.
  • Bei Problemen wurden die Firmen aufgefordert entsprechende Substitutionen vorzunehmen.
  • Insgesamt wurden 60 Einzelmaterialien von 9 Unternehmen in die Prüfung einbezogen.

Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Bauherr

Landkreis Erding

HOAI LPH 1-8, Generalplaner

Kplan AG, Abensberg

Fertigstellungsjahr

2010

Bruttogrundfläche

-

Ort

Erding

Autor, Schadstoffanalyse

Arch. Holger König

Angewendete Software für die Schadstoffanalyse

LEGEP

[BLAU2006] RAL gGmbH, Der Blaue Engel, St. Augustin 2006

[GIS2006] GISBAU-Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Frankfurt 2006

[EMI2007] GEV–Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bau-produkte e.V., Düsseldorf 2007

Textquelle: Holger König, Bericht "Minimierung von Risikostoffen in der Fachoberschule und Berufsoberschule in Erding - Innenraumbauprodukte - Beschreiben – Bewerten", Juli 2011

Bilderquelle:Kplan AG, Abensberg