Quartier Normand, Speyer

Quartier Normand, Speyer

Das Gebäude war Bestandteil einer alten Kasernenanlage aus dem 19.Jhdt. in Speyer. Nach einem Truppenabzug wurde ein Großteil der Gebäude auf dem Kasernengelände abgebrochen.

Der Kasernenbau aus dem Jahre 1888 wurde dagegen unter Denkmalschutz gestellt und erhalten. Die Fa. Osika GmbH hat das Gebäude erworben.

Die Schwierigkeit bestand darin, die vorhandene Gebäudesubstanz weitgehend zu erhalten und mit wenigen Eingriffen, die von der Denkmalschutzbehörde toleriert wurde, eine vermarktbare Eigentumswohnanlage zu entwickeln und zu realisieren. Die Planungsaufgabe wurde durch das Architekturbüro AAg aus Heidelberg übernommen.

Die besondere Schwierigkeit des Gesamtprojektes liegt in der vorhandenen Bausubstanz.

Der sichtbare Mauerwerksbau musste heutigen Energiebedarfsstandards der Energieeinsparverordnung angepasst werden. Unter Berücksichtigung der nicht veränderbaren Außenfassade wurden aufwändige bauphysikalische Lösungen mit Innendämmungen entwickelt. Die niedrigen U-Werte der Hüllfläche wurden durch mehrere Maßnahmen realisiert:

  • eine Innendämmung, Außenwände
  • eine Deckendämmung der Geschossdecke gegen das Erdgeschoss
  • einer neuen Dachdämmung
  • neue Fenster.

Dies bildet die Voraussetzung für niedrige Energieverluste der Bauteile. Die kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung führt zu einer weiteren Reduzierung des Energiebedarfs.

Die Deckung des Heizenergiebedarfs durch Fernwärme auf der Basis regenerativer Brennstoffe (Holzhackschnitzel) bringt nach den EnEV-Rechenregeln eine Primärenergiegutschrift.

Dies führt zu einem sehr geringen Bedarf an nicht erneuerbarer Primärenergie von 12 kWh/qma.

Bauherr

Osika GmbH, Ludwigshafen

Fertigstellungsjahr

2008

Bruttogrundfläche

4.601 m²

Ort

Speyer

Angewendete Software für die LCC and LCA Berechnungen

LEGEP

In LEGEP ist ein direkter Vergleich von verschiedenen Gebäudezuständen im Lebenszyklus möglich. Dazu kann durch zwei Zeitschieberegler der jeweilige End- oder Primärenergiebedarf des Objektes nebeneinander dargestellt werden.

Das Projekt Kasernenumbau Speyer weist nach, dass auch unter Berücksichtigung der Belange des Denkmalschutzes ein Umbau eines 120 Jahre alten Gebäudes in eine hochwertige Wohnimmobilie möglich ist.

Dabei können auch unter Berücksichtigung der alten Bausubstanz energieverlustarme Konstruktionen gestaltet werden.

Text- und Bildquelle: LEGEP Aktuell 2008